Die Kunst gut aufgelegt zu sein.

Im Kunsthandwerk finden Sie als Rahmenmacher Ihre besondere Befriedigung durch die Qualität Ihres Schaffens und die Zufriedenheit Ihrer Kunden. Daher wollen wir Sie mit Qualitätsprodukten unterstützen, damit Sie Rahmen von einzigartigem künstlerischen Wert erstellen können.

Wir fühlen uns dabei der Tradition Ihres Handwerks verpflichtet. Heute und morgen.

 

 

Für Ihre Anregungen und Wünsche in Bezug auf unser Produktangebot sind wir immer sehr dankbar, damit Sie bei der Arbeit mit Selhamin Polimenten auch persönlich immer gut aufgelegt sind.

Step by step

Der Aufbau im Schnitt

Schritt 1: Leimtränke

Utensilien: Hautleim (Graupeln), Wasser, Wasserbad, Grundierpinsel

Zubereitung: Hautleim (1 VT) in kaltem Wasser (2,5 VT) quellen lassen. Quellmasse im Wasserbad erwärmen und damit verflüssigen (s. Tipp 1).

Verarbeitung: Die warme Leimlösung mit einem Grundierpinsel auf die Holzoberfläche einmal auftragen.

 
 

Schritt 2: Kreidegrundierung

Utensilien: Bologneser Kreide (CaSO4), Champagnerkreide (CaCO3), Chinakreide (Al2O3 . 2SiO2 . 2H2O), Hautleim (Graupeln), Wasser, Wasserbad, Kreidegrundsieb (s. Tipp 3), Rührstab (Kochlöffel), Grundierpinsel.

Zubereitung: Kreiden zu gleichen Anteilen miteinander vermischen. Gleichzeitig Hautleim (1 VT) in kaltem Wasser (3 VT) quellen lassen. Quellmasse im Wasserbad erwärmen und damit verflüssigen.

Kreidemischung langsam und kleinen Portionen in die warme Leimlösung einstreuen, bis die Leimlösung mit Kreide gesättigt ist.

Kreide-Leim-Mischung langsam und tiefgreifend umrühren und danach durch ein Kreidegrundsieb geben. (s. Tipp 2)

Verarbeitung: Den Kreidegrund wird mit einem speziellen Grundierpinsel mindestens fünfmal auftragen. Vor dem jeweils nächsten Auftrag muss die letzte Kreideschicht trocken sein (s. Tipp 4).

 

Schritt 3: Schleifen der kreidegrundierten Oberfläche

Utensilien: Schleifpapiere verschiedener Körnung für trockenes (120er, 180er, 240er, 320er, 360er Papier) und nasses Schleifen (Papiere ab Körnung 400 aufwärts).
Ausführung: Geschliffen wird in mehreren Schleifgängen. Dabei werden nacheinander Schleifpapiere immer feinerer Körnung benutzt. Begonnen wird in der Regel mit einem Papier der Körnung 120. Für den Feinschliff werden Papiere mit hochfeiner Körnung (bis Feinheitsgrad 800) verwendet (s. Tipps 5 u. 6). Es wird trocken und/oder nass geschliffen. Für den Nassschliff gibt es spezielle, wasserfeste Schleifpapiere.

 
 

Schritt 4: Polimentierung

Utensilien: Hautleim (Graupeln), Selhamin-Poliment, Polimentpinsel, Rührholz (Kochlöffel), Polimentsieb, Wasser, Wasserbad.

Zubereitung des Poliments: 80 g Hautleim (Graupeln) in 1 L kaltem Wasser quellen lassen. Quellmasse im Wasserbad erwärmen und damit verflüssigen. Die dünne Leimflüssigkeit in kleinen Portionen nach und nach dem Poliment zugeben und miteinander verrühren. Die Masse wird erst teigig und nach weiterer Leimzugabe immer flüssiger. Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn das geleimte Poliment wie eine Malerfarbe (Wandfarbe) vom Pinsel läuft (s. Tipp 7).

Verarbeitung: Das geleimte und durch ein Polimentsieb gelassene Poliment mit einem Polimentpinsel zügig auf die geschliffene Kreidegrundoberfläche auftragen, mindestens zweimal, jedoch nicht mehr als viermal (s. Tipp 8). Vor dem nächstfolgenden Auftrag muss die zuletzt aufgetragene Schicht trocken sein. Mit einer Polimentbürste die vollkommen durchgetrocknete Polimentoberfläche glätten
(s. Tipps 10 u. 11).

 

Schritt 5: Anschießen des Blattgolds

Utensilien: Vergolderkissen, Vergoldermesser, Anschießpinsel (Fehhaar), Netzpinsel, Netze.

Zubereitung der Netze: Äthylalkohol (1 Volumenteil) und destilliertes Wasser (2 Volumenteile) miteinander vermischen.
Auftrag der Netze: Die Netze wird mit dem Netzpinsel auf die polimentierte Fläche auftragen.

Anschießen der Goldfolien: Die Goldfolien werden Blatt für Blatt auf dem Vergolderkissen ausgebreitet, hier passgerecht beschnitten, mit dem Anschießpinsel aufgenommen und an die zu vergoldende Partie der genetzten Oberfläche herangetragen und hier aufgelegt, und zwar so, dass sich die Blättchen an den Seiten etwa 2 - 3 mm überlappen. Durch leichtes Anpusten wird das Goldblättchen behutsam auf seine Unterlage gedrückt, Blasen mit Lufteinschlüssen werden dabei entfernt.

Schritt 6: Polieren des Goldes

Utensilien: Polierachat von geeigneter Form und Größe (s. Tipp 9), Aceton, Leinenläppchen

Ausführung: Bevor poliert werden kann, soll der durch die Netze durchfeuchtete Untergrund nur noch eine Restfeuchte haben (s. Tipp 10). Sobald dieser Zustand erreicht ist (unter normalen klimatischen Bedingungen nach etwa 1 Stunde), führen Sie den Polierachat unter leichten Druck gleichmäßig und flächendeckend über die vergoldete Oberfläche. Lassen Sie dabei keine Stelle aus. Durch das Polieren bringen Sie das Gold auf Hochglanz.

 

 

Schritt 7: Tönen und Patinieren

Erläuterung: Die Brillanz von auf Hochglanz poliertem Gold wird meist als zu aufdringlich empfunden. Es wird deshalb häufig getönt und patiniert. Tönen ist Veredelung von Vergoldungen mit klaren und gefärbten Überzügen (s. Tipp 13), Patinieren hingegen absichtliches Zerstören der vergoldeten Oberfläche mit chemischen und mechanischen Mitteln (s. Tipp 14), um ihr ein gealtertes, an Antiquitäten erinnerndes Aussehen zu geben.

Zum Tönen und Patinieren werden zahlreiche Substanzen und Verfahren angewandt. Gleichzeitiges Tönen und Patinieren lässt sich mit der sog. "Schminke" realisieren, die wie folgt zubereitet und verarbeitet wird:

Utensilien: Wasser, Nussbaumkörnerbeize (s. Tipp 15), pulverisierte Holzbeize (z.B. von Clou oder Zweihorn), Farbtinten, Farbtuschen, Salmiakgeist (15%ig), wachsfreier Lemonschellack (gelöst in Äthylalkohol, s. Tipp 16), Pinsel mit weichen Haaren, Stupfpinsel, Schlägerpinsel, Stahlwolle (0000), Plakafarbe, Acrylfarbe, Naturschwamm, Papierküchenrolle, Putzwolle.

Zubereitung "Schminke": In 1/4 heißem Wasser den Inhalt von 1 Beutel Holzbeize auflösen. Der erkalteten Beizflüssigkeit etwa 10 Tropfen Salmiakgeist und 10 Tropfen Schellack (s. Tipp 16) zusetzen. Alle Komponenten gut miteinander verrühren.

Verarbeitung: Die "Schminke" mit weichem Pinsel oder mit einem Naturschwamm auf die auf die Vergoldung behutsam auftragen, kurz einwirken lassen und danach mit Putzwolle oder mit weichem, saugfähigem Papier leicht abtupfen, aber dabei nicht vollständig entfernen. Die auf der Oberfläche verbliebene "Schminke" mit geeignetem Stupfpinsel oder Schlägerpinsel vertreiben. Die getönte/patinierte Oberflächen nach dem Trocknen mit feinster Stahlwolle (0000) übergehen und dabei behutsam glätten.

Bearbeitung des Rahmenrückens: Die Rahmenrücken direkt im Anschluss an die Vergoldung der Rahmenoberfläche farbig anlegen, mit Plakafarbe oder Acrylfarbe. Oberfläche mit der "Schminke" überziehen (in einem Arbeitsgang mit der Rahmenoberfläche) und mit Stahlwolle (0000) übergehen und dabei glätten.

Kein Handwerk ohne Handwerkszeug

Polierachate

Die Polierachate dienen dazu, die Goldblättchen auf den Rahmen mit all seinen Flächen und Fugen anzureiben und zu polieren.

Bürsten

Mit der Polimentbürste wird die Polimentschicht geglättet und poliert. Die Feehaarbürste dient zum Auflegen der Goldblättchen.

Zuschneidekissen

Auf dem Zuschneidekissen, hier mit Messer und Feehaarbürste, wird das Blattgold in passende Stücke geteilt. Wie das aussieht, sehen Sie hier.